Teil eines Werkes 
2. Theil (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

425

und gutig. Eine verklärte Ruhe lag über ihr ausge⸗ 4 breitet; eine frei gewordene Kraft, die von ſich ſelbſt eine verſohnende Ausgleichung des Lebens verlangt. Nicht ſo Leonin! Halbe Zuſtände Ungluͤck und Gluͤck Schuld und Unſchuld wie ſie ſich in ihm vorfanden, erfordern einen ſtarken Geiſt, der Alles erfaßt und ſondert und auf ſich nimmt und von ſich wirft, der Wahrheit nach, und dann ab⸗ ſchließt und von neuem beginnt. Nicht ſo Leonin. Er dachte daran, den Zuſtaͤnden zu entfliehen, ohne ſie vorher zu ordnen. Die jedesmalige Folge dieſes ſchwa⸗ chen Waltens trat auch bei ihm ein. Die Erbitte⸗ . rung wuchs auf dem falſchen Wege, der uͤberall un⸗ beſeitigte Hinderniſſe zeigte und die Erholung, nach der er ſtrebte, fern hielt. Er grollte der ganzen Welt. Die Weichheit, die ihn ſonſt gutmuͤthig ſein ließ, ver⸗ ſchwand. Seine Diener erkannten ihren ehemaligen Perren nicht wieder. Er war unruhig, heftig, unge⸗ recht; Nichts ſchien ihm zur Zufriedenheit gemacht; er forderte und ſtieß das Geforderte zuruͤck; er erzuͤrnte und kränkte Alle, und der Unfriede ſchien, was er noch begehrte. Unter dieſen Umſtaͤnden erreichte die Marſchallin ihren Zweck nur in dem fuͤr ſie unweſentlichſten Theile. Er überzeugte ſich, daß ſo wenig ſie, wie Souvré