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vermochte, ſprach unſicher und ſchwach:„Glauben Sie nicht, mein Gemahl, daß Sie auch mich in der Stim⸗ mung des Zuͤrnens oder der Neugierde gegen ſich finden! Wenn Sie mir ein Recht zugeſtehen, wie ich eben zu hoͤren glaubte, ſo laſſen Sie es das des Ver⸗ trauens ſein, das weder von Ihnen eine Erklaͤrung fordert, noch nothig ha Faſſen Sie ſich aber jetzt. Der Schmerz, der ſo natürlich in Ihnen iſt ſollte uns Alle zur Schönung gegen Sie auffordern;— vielleicht beduͤrfen wir ſie auch,“ ſetzte ſie mit ſinkender Stimme hinzu—„wir haben Viel lgelitten!“
Leonin verſenkte ſich mit zaͤrtlichem Antheil in die ſchoͤnen, edlen Zuͤge, die ſo blaß, ſo leidenvoll waren. Er fuͤhrte die ſichtlich bebende Geſtalt zu ihrem Sitze zuruck und nahm knieend neben ihr Platz.„Theure,
enl Vikterine, ſeufzte er, ihre Hand an ſeine Stirn
druͤckend—„Sie ſind die Einzige, die ein Recht hätte, mir zu zuͤrnen;— aber Sie werden bloß der Engel ſein,
der uͤber den Gefallenen weint!“— Und ſie weinte
bereits.
Der Herzog von Lesdigusres, der ein hoͤchſt ver⸗ legener Zuhoͤrer dieſer häuslichen Scene geweſen war, da er niemals über geſellſchaftliche Verhältniſſe hinaus ſich zu denken erlaubte, erfaßte nun eine Richtung,
die er glaubte erkannt zu haben, und nahte ſich ſei⸗ Ste. Roche. I. 27


