414
Herzogin in's Wort,„ich konnte Ihre Erzaͤhlung gleich nicht glauben; denn kurz vorher hatte ich ihn geſehen, und mit eins ſollte er toll und krank und da⸗ vongejagt ſein!“
„Sagte das meine Mutter?“ fragte Leonin ſcharf betonend.—„In Wahrheit, ihr Irrthum iſt ſehr auffallend, da ſie am beſten, denke ich, den Grund meiner Abreiſe wiſſen mußte!“
„Ihre Mutter, Graf?“ rief die Herzogin— „nun, das hätte ich nie fur möglich gehalten!“
„Es war vielleicht eine zu große Schwaͤche von mir,“ fuhr jetzt die Marſchallin auf, durch Beide ge⸗ aͤngſtigt und erzuͤrnt—„daß ich die Unbeſonnenheit meines Sohnes auf eine Weiſe zu erklären trachtete, die in der Handlung ſelbſt ſich mir darzubieten ſchien. Eine wahnſinnige Handlung dem plötzlichen Erkranken zuzuſchreiben, moͤchte milder urtheilen heißen, als es ein Jeder in ſolchem Falle verdient!“
„Sie hätten Ihre Gnade nicht ſo weit treiben ſollen,“ erwiederte Leonin kalt;—„aus den Umſtän⸗ den, die Ihnen bekannt waren, hätten Sie annehmen können, wie wenig ich mich geneigt fuͤhlen muͤßte, eine Vormundſchaft anzuerkennen, deren ich eben einſehen lernte.“
Die Marſchallin bebte vor Zorn. Niemals hatte


