Teil eines Werkes 
2. Theil (1843)
Entstehung
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verlange gewiß nicht, ſprach er,durch meine Gegen⸗ wart Euer Gnaden zu Gefuͤhlen aufzufordern, über deren Dauer mit großem Rechte nur Jeder ſelbſt beſtim⸗ men kann, und der Sohn darf ſich gewiß in einem Verhältniſſe bekennen, das ſeine Gefuͤhle nicht zur Richtſchnur fuͤr Andere machen kann.

So, ſagte die Herzogindas nenne ich vernuͤnftig geſprochen. Man kann oft Ihre abſonder⸗ lich auffallenden Handlungen gar nicht begreifen, wenn man hort, wie verſtändig Sie ſich zu äußern wiſſen.

Leonin hatte waͤhrend dieſer Worte die Anweſen⸗ den ſtumm und abgemeſſen begruͤßt. Es hatte ſich

ſeiner bei dem Anblicke ſeiner Mutter ein ſo kaltes,

bitteres Zuͤrnen bemaͤchtigt, daß er den Ausdruck fuͤr die herköͤmmliche Weiſe verlor; auch gab ihm die Her⸗

zogin bald Gelegenheit, ſich zu entladen.

Nun, rief ſiemein Kind, ich habe recht darauf gewartet, Sie wiederzuſehn; denn nur Sie ſelbſt können uns das Ereigniß erklären, das uns damals bei der Taufe Ihres Sohnes ſo ſehr erſchreckte. Waren Sie denn wirklich krank und liefen deshalb fort?

Nein, Madame, erwiederte Leonin gemeſſen ich war nicht krank, als ich abreiſte, ich ward es erſt ſpäter.

Nun, ſehen Sie, Marſchallin, fiel jetzt die