Teil eines Werkes 
2. Theil (1843)
Entstehung
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Sie beobachtete dabei mit geheimen Vergnuͤgen, wie ſtolz und gewandt ſeine Haltung und ſeine Worte waren, und mußte dieſe Beobachtung noch beſtätigt fuhlen, als er ihr jetzt ſelbſt ſeine Bitte vortrug, die Geſellſchaft verlaſſen und ſeinen Vater aufſuchen zu duͤrfen.

Nachdem ſie ihn beurlaubt, ſetzte ſie ihre Unter⸗ redung mit dem Herzoge von Geévres ſo ruhig fort, daß ſie eine Anſpielung auf das eben Erlebte Jedem unmoͤglich machte, und ſo das plotzliche Auftreten des jungen Erben anſcheinend unbemerkt voruber ging.

Nur Zwei in dieſem Kreiſe hatten das Ereigniß tief empfunden, und wie verſchieden auch ihre Gefuͤhle waren, Beiden ſchien es gleich wichtig. Louiſe de Crecy hatte den Bruder umarmt; die einzige Sehnſucht ihres unſchuldigen Herzens war erfuͤllt. Sie wußte ihn nun in ihrer Nähe, dieſen Schutzheiligen ihrer klöſterli⸗ chen Traume, an den ſie alle unverſtandenen Wuͤnſche ihres Herzens knuͤpfte, den ſie ſo feſt und ſicher ſich gewonnen glaubte, daß uͤber den Rand ihrer Silber⸗ robe, die wie ein Bollwerk ihre jugendliche Heiterkeit

einfing, ihr kein Hinderniß mehr fuͤr das fröhlichſte

Leben mit ihm moglich ſchien, und ihr Blick dem Da⸗ voneilenden mit dem bezaubernden Lacheln der Befrie⸗ digung folgte.