den Vater, den Sie ſo liebevoll zu erreichen ſtrebten. Mein Herz dankt Ihnen fuͤr dieſe lebendige Theil⸗ nahme! Und laſſen Sie mich hinzuſetzen: ich erwar⸗ tete nichts Anderes von Ihnen!— Mademoiſelle Louiſe, umarmen Sie Ihren Bruder!“
Zuruͤckgedraͤngt mit allen ſeinen Gefuͤhlen, erkannte der junge Graf, indem ſein natuͤrlicher Stolz die Ober⸗ hand gewann, wohin ſeine Mutter ihn vorlaͤufig ver⸗ wies; und aus dem hingeriſſenen Zuſtande kindlicher Liebe und Freude ſich empor raffend, rief er ſich die Sitten der vornehmen Welt, die eine lange Gewöh⸗ nung ihm bequem werden ließen, zuruͤck, um ſich auch jetzt vor der klugen Beobachtung ſeiner Mutter damit zu behaupten.
Er fuhlte daher auch bald, daß er es ſein muͤſſe,
der ſich einer Geſellſchaft entzöge, welcher er vor ſeiner Präſentation nicht zugehoͤrig ſein konnte, und fand die Beſtätigung dieſer Vorausſetzung in der entſchie⸗ denen Haltung der Marſchallin, die auch nicht die kleinſte Bewegung zu einer Vorſtellung ihres Sohnes an die ihr durch Ihren Rang am naͤchſten ſtehenden Perſonen machte, ſich nach der Umarmung mit ſeiner Schweſter, mit ihm wie in ihrem Privatkabinette un⸗ terhielt und dadurch alle Theilnahme der ſie Umgeben⸗ den ablehnte.
Ste Roche I. 2


