Teil eines Werkes 
2. Theil (1843)
Entstehung
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da ſie gewiſſermaßen durch ihren beſonderen Auftrag von Seiten der Majeſtäten zu einer geheiligten Per⸗ ſon erhoben war.

Zur andern Seite ſtehend, befand ſich der Mar⸗ quis von Vieuville, der Ehrencavalier der Königin, der mit der vollkommenſten Kenntniß jeder einzelnen Perſon des Hofes und ihrer Verhaͤltniſſe ſich den Ruf einer immerwährenden ſarkaſtiſchen Laune zu erhalten wußte, daher, halb gefuͤrchtet, halb gehaßt, der Gegen⸗ ſtand der verbindlichſten Aufmerkſamkeiten war, und eine Hoflichkeit und Zuvorkommenheit an den Tag legte, die ihm ſehr bequem ward bei der Beachtung, mit der man ſeine Aeußerungen entgegen nahm.

Die Marſchallin wußte, waͤhrend ſie empfing, anredete, antwortete und fuͤr Jeden die paſſende Ver⸗ bindlichkeit bereit hatte, ſtets einige pikante Bemer⸗ kungen uͤber ihre Schulter dem ihr ſehr vertrauten Marquis Vieuville zuzuwerfen, und der Marquis em⸗ pfing dieſe Bemerkungen ſtets, um ſie, mit reichen Zu⸗ gaben verſehen, ſeiner Goͤnnerin zuruͤck zu geben; wäh⸗ rend ſein wunderlich ſchmales und trockenes Geſicht, von einem fein beſchnittenen Puderſtreifen eingefaßt, außer der Bewegung der Lippen keine Veraͤnderung zeigte, und jedes ſpaͤhende Auge ſich vergeblich daran verſuchte.