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Die unſinnige Mode, dicke Lagen von Schminke zu tragen und dieſe Sitte als ein Vorrecht des Stan⸗ des mit der Verlaͤugnung aller Natur- oder Schoͤn⸗ heitsregeln auszuuͤben, gab der älteſten wie der juͤng⸗ ſten Dame ein gleiches Anſehn. Nur Unverheirathete genoſſen dieſen Vorzug nicht; und ſo erſchien oft die friſcheſte Jugend mit der Farbe der Geſundheit wie bleiches Siechthum, wenn ſie in eine Reihe mit den verheiratheten Damen gerieth.
Die Marſchallin gehoͤrte ſowohl durch Geburt, wie durch Vermählung zu den Familien, welche die Ehren des Louvre genoſſen; und ſo ſehen wir in ih⸗ rem Audienz⸗Saale einen Thronhimmel, unter wel⸗ chem die Marſchallin in einem breiten, vergoldeten Fauteuil ſaß und ſich erhob, oder ſich bloß neigte, oder die Stufe, welche ihn erhoöhte, hinab ſteigen zu wollen ſchien— Alles in untruͤglicher Ordnung, dem Range der nahenden Gäſte gemäß. Die Stickereien ihrer Robe waren ſo koſtbar und breit, daß man die Farbe des Sammtes nur bei einer Wendung in den hinteren Falten ſehen konnte. Das Unterkleid dage⸗ gen zeigte auf Drapd'or den ganzen Wahnſinn des damaligen Geſchmackes, indem mit bunter Folie, Per⸗ len und Juwelen eine Landſchaft darauf geſtickt war,
der es weder an Thuͤrmen, noch Baͤumen, noch an


