So machte Leonin, wie Fennimor Einrichtungen und Pläne zu Beſchäftigungen und kleinen Erheite⸗ rungen im Freien, die ihre Zeit auszufüllen ſtrebten, wobei eine ſtillſchweigende Anerkennung durchblickte, daß ſie dann ihres Gatten beraubt ſein würde— und doch umſchlichen Beide das entſcheidende Wort, und nicht ſelten ſchaffte ſich Fennimor nach ſolchen An⸗ regungen, die ihre Seele beklemmten, durch ein paar angſtvolle Worte Luft, die jede Andeutung verleugnen ſollten.
Da hatte ſie der Abend vor dem hohen Leſepulte gefeſſelt, und Fennimor las mit langſamer Ausſprache, aber richtigem Accente und dem rührend unſchuldigen Tone ihrer kindlichen Stimme, die unſterblichen Stan⸗ zen des Cid von Corneille. Wie glühten ihre zarten Wangen, wie ſchön hoben ſich im verwandten Ge⸗ fühle der eigenen hochherzigen Empfindungen die ſchön geſchweiften Lippen, um den edlen Stolz, die reine ritterliche Liebe des Helden auszudrücken, wie hätte ſie lieber ſelbſt ihm gleich geantwortet, und wie geſpannt lauſchte ſie der Antwort Kimenen's, hoffend, es ſage ihrem eigenen hochbegeiſterten Gefühle zu, was ſie antworte.
Wer vermöchte zu ſchildern, mit welchen Gefühlen Leonin, zwiſchen Sehen und Hören getheilt, vor ihr


