Teil eines Werkes 
1. Theil (1843)
Entstehung
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das Untergehen der Unſchuld nur ſcheinbar ſind, und der innere Zuſtand Beider in der ausgleichenden Hand Gottes ruht.

Ja, ſo wird es ſein, ſagte Fennimor, welche ihn mit gläubiger Zuverſicht angehört hatte:aber gewiß giebt Gottes ſchöne Welt zum Böſen keine Veranlaſſung, und Jeder dürfte gut ſein nach ſeinen

räften.

Und doch iſt dieſer Streit, dieſer Kampf nöthig dadurch gerade, daß wir mit dem Böſen und ge⸗ gen das Böſe kämpfen, entwickelt ſich das Höhere in der menſchlichen Natur, und der, welcher den Kampf erregt, iſt ein Werkzeug in Gottes Hand, eben ſo, wie es der Streiter für das Gute iſt; wie ſchwer würde es uns werden, das Maaß ihres Verdienſtes oder ihrer Verſchuldung zu finden das iſt unſerm Auge entrückt.

Ach, Du biſt weiſe! ſagte Fennimor, die trüben Augen zu ihm aufſchlagend. Dann ließ ſie ſich, von ſo vielen Eindrücken ermüdet, von Emmy Gray nach ihrem Bette führen, und bald heilten ihre unſchuldigen Träume die Wunden ihrer Seele aus.

Wie liebevoll auch Beide den immer näher rücken⸗ den Augenblick der Trennung vor einander zu verhül⸗ len ſuchten, er nahte ſich darum doch, und Fennimor