Teil eines Werkes 
1. Theil (1843)
Entstehung
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und bei der nicht zu begreifen iſt, warum die Men⸗ ſchen ſie in die andere große Gottes⸗Welt hineinſetzen,* und damit die andere verderben und Gott kränken! O, Leonin, ich glaube, mein Vater wußte gar nichts von der falſchen, gemachten Welt!

Wohl haſt Du Recht, ſprach Leonin,daß dies nicht die rechte, ſondern eine falſche Welt iſt und es ſchmerzt mich, daß Du mit der Kenntniß des Schloſſes, die Du ſo wünſchteſt, einen ſo düſtern Blick hinein thun mußteſt. Laß' uns dieſe Welt, die uns ſo fern liegt, vergeſſen, und richte Deine Blicke auf die Gegenwart, die keine Schrecken birgt. Obwohl ich durch Unterricht und Lebensweiſe dieſen Beziehun⸗ gen näher getreten bin, ſo ſind ſie von mir doch noch nicht ſelbſt erlebt, und ich ahne mehr den Stoff, dem ich zerſtreut in der Welt begegnet bin, als daß ich ihn in dem eignen Leben bisher nachzuweiſen wüßte. Es iſt ein ſchwermüthiges Geſchäft, ſich in die Fragen zu vertiefen, die ſich uns darüber aufnöthigen wollen, wie ſich die Zulaſſung der ſchrecklichen Verbrechen, welche die Erde beſudelt haben, mit der Gerechtigkeit Gottes verträgt, wie, daß wir oft den Unſchuldigen untergehen ſehen und den Verbrecher triumphiren. Laß' uns denken, daß deſſen ungeachtet die göttliche Gerechtigkeit ſich ausreichend erweiſt, daß ſolche Triumphe, wie