Teil eines Werkes 
1. Theil (1843)
Entstehung
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Unglück aufſuchte und ſich ihm hinzugeben verſtand, wenn um ſie her in dem weitläufigen Schloſſe der Frohſinn zu herrſchen ſchien, den ſie ſowohl zu wecken und zu unterhalten verſtand. Ihre eigene, frühzeitig von Kummer gezeichnete Geſtalt konnte nicht mehr das zeigen, was ſie gern bei Andern ſah. In der Mitte des Lebensalters, trug ſie doch das Anſehn ei⸗ ner Matrone; nur ihre hohe Geſtalt war fein und ſchlank und von dem edelſten Anſtande getragen. Die einſt ſo ſchönen braunen Locken waren ſchon in Silbergrau verwandelt und bildeten den Uebergang zu dem völlig erblaßten ſtillen Angeſichte, deſſen tief⸗ gedrückte Augenbrauen und niedergezogene Mundwin⸗ kel die rührenden Züge eines Kummers darſtellten, der Zeit gehabt hatte, die reichſte Schönheit zu ſeiner Re⸗ präſentantin umzuwandeln. Sie trug immer einfache ſchwarze Kleidung, und die Mode ging unbeachtet an

ihr hin, wie ſie es unbeachtet zuließ, daß ihre alte

Kammerfrau von Zeit zu Zeit in nicht ſtörenden An⸗ ordnungen ihr nachzukommen ſuchte. Angebetet von ihren Dienſtleuten, war ſie das Kleinod der Familie, und wie man einen boſtbaren Schmuck wohlverwahrt läßt, ſeinen täglichen Genuß nicht wagend, ſich des ſchönen Beſitzes ſicher wiſſend, ſo unterbrachen alle die heilige Ruhe der Tante nur ſelten, des erwärmenden