Teil eines Werkes 
1. Theil (1843)
Entstehung
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Sie war unvermählt geblieben und ohne, daß über die Erlebniſſe ihrer Jugend etwas Beſtimmtes bekannt geweſen wäre, genoß ſie von Aeltern, Geſchwi⸗ ſtern und Freunden die ſtille ehrende Schonung, mit der man das unverſchuldete Mißgeſchick betrachtet, und die Fügſamkeit in ihren Willen, die man ſo gern den kleinen Rettungsmitteln widmet, womit ein blutendes, aus dem natürlichen Kreiſe des Lebens verſchlagenes, Herz ſich zu ſchützen ſucht. Auch war die Rück⸗ ſicht, die ſie unaufgefordert ihren Angehörigen aufer⸗ legte, keine ſchwer zu leiſtende. Ihre Seele war durch das Erlebte den ſchönen Gang einer wahren Reſigna⸗ tion gegangen; losgelöſt von eignen Hoffnungen und Wünſchen, ſuchte ſie ſich in keiner äußeren Erſchei⸗ nung mehr, und war um ſo hingebender und theil⸗ nehmender für die Zuſtände um ſich her. Selbſt ihr vorherrſchendſtes Bedürfniß: Ruhe, befriedigte ſie nie auf Unkoſten einer freundlichen Hingebung an die gelegentlichen Anforderungen, ſich geſellig zu erweiſen und die ganze tiefe umfaſſende Erfahrung des Un⸗ glücks, die ihr geworden, diente ihr nur, ähnlichen Zuſtänden mit Rath und Theilnahme zu begegnen. Sie kannte keine größere Wohlthat, als den Anblick glücklicher Menſchen, ſie nannte ſich ſcherzend darin eine Epicuräerin, und ließ nicht ahnen, wie ſie das