19
ſetzte es ihn in eine ſolche Schadenfreude, daß er das Opfer vergaß, mit dem er es herbeigeſchafft hatte, denn entweder verwahrte er es in unergrundlich verſteckten Kiſten und Koffern, oder er ſuchte es an Perſonen, die den Werth nicht kannten, um einen hoͤheren Preis los zu werden, als er dafür gegeben.
Angela wußte das Alles, und leider hatte ihr Auge eine Schärfe erhalten, vor der die leiſeſte Wahrnehmung ſogleich den verſteckten Zuſammenhang aufhellte. In dieſem Hauſe kamen niemals Domeſtiken uͤber vermißte Gegenſtaͤnde in Verdacht, und obwohl dies zu den haͤu⸗ figſten Vorfällen gehoͤrte, trat doch der umgekehrte Fall ein, daß die Hausfrau den Domeſtiken ihre Unruhe uͤber fehlende Dinge auszureden ſuchte.— Nur einige Male hatte Nees, von dieſer milden Weiſe Angela's, ihn zu ſchonen, zu noch großerer Bosheit verleitet, verſucht, einen Verdacht auf die Diener zu werfen und einige brutale Anlaͤufe gemacht, von ihrem Lohn oder Eigen⸗ thum zu erpreſſen; aber beide Male war er zu ſeiner großen Ueberraſchung von Angela ins Geheim mit einem ſo beredten Zorn niedergedonnert worden— ſie hatte ihm ſo genau anzugeben gewußt, daß er ſelbſt der Dieb geweſen, und wann und wo er den Raub geborgen habe, daß dies fortan unterblieb oder ſich nur in einem unbeſtimmten Grunzen oder Drohen ausdruckte. Dar⸗
2*


