Leidenſchaften traf, indem ſie nach allem Schoͤnen und Koſtbaren Verlangen hatte und eine inſtinktartige Ab⸗ neigung gegen alles Schlechte und Gemeine. Verzog ſie nun vor ihm das Engelsgeſicht zur Betruͤbniß, ſo
hätte er ſich ein Leid anthun mogen vor Herzensangſt, und doch war es ihm oft, als feure ſie ein Piſtol auf ihn ab, wenn ſie ihm ruhig die koſtbarſten Dinge ab⸗ forderte. Daß er in den meiſten Fällen ihren Wuͤn⸗ ſchen nachgab und ſelbſt zu koſtbaren Seltenheiten das Geld hergab, erboſte ihn, ſo wie er Floris nicht mehr ſah, aufs heftigſte, und leider hatte Angela dann oft harte Scenen mit ihm zu uͤberſtehen, obwohl ſie nie zu ſolchen Ausgaben die Veranlaſſung war, und ſtets von ihrem eignen, feſten Nadelgelde das herſtellte, was ſie in dieſem Hauſe einzurichten beſchloſſen hatte.
Es war traurig, mit welchen Liſten Nees ſich in
ſolchen Fällen gegen ein Kind benahm, welches ihm alle
Kraft zum Widerſtande raubte, aber ſeine böſen Geluͤſte
doch nur zuruͤckdrängen, nicht ausrotten konnte. Er
uberredete ſie nämlich, er habe, was ſie ihn veranlaßt hatte zu kaufen, ihr nur geliehen, nicht geſchenkt, und da das Kind von dieſem Unterſchiede wenig begriff und ſehr erfreut blieb, daß der gute Papa es ihr lieh, ſo ward es ihm leicht, es ihr nach einiger Zeit wieder weg zu nehmen, und wenn ihm dies gelungen war, ſo ver⸗


