Bruſt lebte, ein Kind wie eine Blume aufbluͤhen laſſen, welches der erſtaunten Mutter die eigene, unwiderruflich zerſtörte Jugend mit allem Schmuck der Schönheit, mit allen Begabungen der Natur zuruͤckbrachte. Indem dies reizende Geſchopf uͤber den Urheber ſeines Lebens einen Sprung gemacht zu haben ſchien, und ſein Blut wie ausgeſtoßen hatte, erkannte Angela mit erlaubtem Stolz und einer ehrerbietigen Dankbarkeit vor Gott, daß in ihrer eignen Veredlung die Kraft ſich entwickelt habe, ihrer gekraͤnkten Familie ſtatt ihrer ſelbſt ein Weſen uͤbergeben zu können, in welchem ſich die hohen Eigen⸗ ſchaften zweier erhabenen Familien, wie in einem wuͤr⸗ digen Wohnſitz beiſammen fanden.„Ja! meine Sehn⸗ ſucht nach Urica hat dich ſo ſchoͤn gebildet,“ ſagte Angela oft in unbewußter Schwärmerei—„ja! du wirſt in nichts deiner armen verwahrloſten Mutter gleichen; aber du wirſt fur ſie ein Zeugniß ablegen, daß ſie zu den edlen Familien gehoͤrt, von denen ſie dir das Geprage uber⸗ trug— und um deinetwillen wird man einſt der armen Angela vergeben, ihren Namen durch eine ſolche Ge⸗ meinſchaft befleckt zu haben!“
An dem Abend, wo wir uns in dieſem Hauſe wieder⸗ finden, zeigte ſich das beſondere Verhaͤltniß dieſes Kindes in einer kleinen Scene, die nur die Wiederholung ähn⸗ licher Abendunterhaltungen ſchien. Wir hoöͤren eine


