436 tenden Schonheit und von der geiſtigen Aufregung der vergangenen Stunden auf das ſeelenvollſte be⸗ lebt eintreten ſah, ſank der letzte Schatten der Be⸗ füͤchtung in ihre Bruſt zuruͤck, und ihr ſchien es, an dieſem Helden habe der böſe Wille der Menſchen keine Macht.
„Montroſe,“ ſagte ſie, ihm die Hand entgegen⸗ ſtreckend—„mein Sieger! wie konnten ſie auch ver⸗ ſuchen, an dich die Hand zu legen!“
„Ich habe dir alſo nichts mehr zu ſagen?“ rief Montroſe, innig begluckt durch die Zuverſicht Urica's, und kuͤßte knieend die geliebte Hand— dann fuͤhrte er ſie unter die Schatten der Linden und, indem er dieſer wuͤrdigen Vertrauten den Verlauf des Vormittags mit⸗ theilte, bemächtigte er ſich des Inhalts aufs Neue, um damit zugleich einen feſten Plan fur ſeine naͤchſten Schritte ins Leben zu rufen.
Urica war an den Punkt gekommen, den ſie ſich ſelbſt richtig prophezeit hatte— Montroſe nahm die Roſenkrone ab und ſchon hatte er den Helm auf ſein ſtolzes Haupt gedruͤckt. Aber ihr Herz erbebte nicht in kleinlicher Selbſtſucht, ſondern ihre kräftige Bruſt dehnte ſich, um Raum zu gewinnen fur die hochherzigen Ge⸗ fuhle, die ſie mit ihm zu theilen entſchloſſen war; denn nichts wollte ſie von ihm fordern, nichts von ihm an⸗


