Teil eines Werkes 
2. Theil (1844) Urica
Entstehung
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heit verrathen können, die er aufzufaſſen gewußt— aber ſie ſah nur ihr eignes Bild und von dem truͤben Stahl faſt farblos wiedergegeben, und Montroſe, der, jetzt eben herantretend, ſich uͤber ſie neigte, erſchrak faſt, als er dies bluͤhende Geſicht wie die Leiche deſſelben ſah — als Urica aber zu Montroſe's Spiegelbild aufſah, ſtieß ſie einen Schrei aus, druͤckte beide Hände vor die Augen und rief, außer ſich, aufſpringend, indem ſie ihn mit ſeltſamer Verwirrung anblickte:—„Dein Hals — dein Hals durchſchnitten!“ Sie ſank zitternd an ſeine Bruſt— er aber hob ihr blaſſes entſetztes Geſicht lͤchelnd auf und uͤberredete ſie noch einmal, in den Spiegel der Maria Stuart zu blicken, wo ſie dann, ob⸗ wohl noch immer ſchaudernd, den großen ſchwarzen Roſtſtreifen gewahrte, der quer uͤber den Spiegel lief und ſich um Montroſe's Hals gelegt hatte, als er uͤber ihr hinein ſah.

„Ach,“ ſagte Montroſe lächelnd und doch nachden⸗ kend—„Keiner halte ſich ſicher, wenn er ſo kuͤhn wie wir Beide die Phantaſie herausfordert— ſie wird gleich verſuchen, wie weit ſie es treiben kann, und wir ſehn, daß wir unſerer Geiſtesſtärke vielleicht zu viel zu⸗ getraut!“ S

Er fuͤhrte ſeine holde Gemahlin, welche angegriffener war, als ſie es gern eingeſtehen wollte, nach ſeinem