—
chx
395
ich werde ſie anwenden, um dich von dieſem Betruͤger zu befreien.“
„Meint ihr, Nees? Tante“— rief Angela lebhaft— „Nees, der mein angetrauter Mann iſt?“
Was lag nicht in dieſen einfachen Worten! Welch' ein ruͤhrender Widerſpruch— die Erledigung eines gan⸗ zen Rechtsſtreites.
Urica fuͤhlte es und ſchauderte zuſammen.„Gro⸗ ßer Gott,“ ſagte ſie endlich—„denke doch, Angela, daß es ſolche Trennungen giebt, daß unſere Religion ſie nicht verbietet, daß es in allen Laͤndern unſeres Be⸗ kenntniſſes bereits Geſetze giebt, die dir zu gut kommen wuͤrden, und dich frei machen, und dich uns zuruͤckgeben, deiner Familie zuruͤckgeben wuͤrden.“
„Davon hat der Paſtor nichts geſagt, der uns traute,“ ſagte Angela unſchuldig.—„Er ſagte: was Gott zuſammenfuͤgt, ſoll der Menſch nimmer trennen! Tante,“ fuhr ſie fort—„ſeit das Alles vorgeht, habe ich viel gelitten und mehr Gedanken gehabt, als all“ die Jahre vorher. Da hat es Nees und mich gerettet, daß der Paſtor das geſagt hat, denn es wollte ſich was in meinem Perzen anſetzen gegen Nees— waͤre das ſo fortgegangen, waͤre ich nie wieder aus dem Bett ge⸗ kommen— ich wäre daran geſtorben. Aber eine Trau⸗ rede muß wohl was vermoͤgen, denn ſie fiel mir immer
26*


