„Schweigt!“ rief die Graͤfin Comenes, daß es Nees wie einen Blitz fuͤhlte—„und tretet zuruͤck— fort von dieſer Frau!“ Er wich von Angela mit einem wilden Satz abſeiten, und indem verhuͤllte dieſe ihr Ge⸗ ſicht mit beiden Haͤnden und brach in einen Strom von Thraͤnen aus.
„Da haben wir die Närrin!“ ſchrie Nees ganz wuͤ⸗ thend—„Hier zu heulen— hier! hier— wo es gilt, den hohen Verwandten dich zu zeigen. Ach, Madame— Euer Gnaden— ein Mann wie ich in der Stadt am Kaufhauſe iſt recht zu beklagen bei eigener Befähigung, wo man wuͤnſchte, und Rechte behauptet, ſolche Gruͤnde fuͤr den Schwachkopf, wo zum Betragen was gehoͤrt— keine hohle Nuß ſein muß, wo dann Ungluͤck entſteht— ſchweig!— antworte— heule nicht.“ Er wußte nicht mehr, was er ſprach, er wußte nicht, daß er ſchon vor Wuth zu hopſen begann, denn die Verzweiflung, wenn Angela die kritiſche Frage gar nicht oder mit „nein“ beantwortete, machte ihn ganz närriſch.
Eben wollte die Gräfin Comenes wieder ein⸗ ſchreiten, da ſtieß Urica hinter ihrem Stuhl bei⸗ nah ſchreiend die Worte aus:„Heil'ger Gott, ſie iſt es!“
Erſtaunt blickte die Gräfin nach ihr um und ſah, daß Urica ihr Geſicht mit ihrem Tuch verhullt hatte und


