ſtigen— denkt, daß ſie dadurch noch eine Staffel tiefer geſunken ſind.“
„Graͤfin Urica,“ ſagte Frau von Marſeeven unge⸗ wöhnlich gereizt und beleidigt—„thut, was ihr wolit. Ich habe euch, ebenſo wie mein Gemahl, redlich in die⸗ ſer Sache gedient— vergeßt nicht, daß ſie uns perſoͤn⸗ lich nicht angeht, daß wir kein Intereſſe an den un⸗ glucklichen Leuten haben, die ſich zu dem ſchweren Po⸗ ſten eurer Verwandten gemeldet haben, und handelt nun ſelbſt nach Pflicht und Gewiſſen— nur verlangt meine Thaätigkeit nicht weiter gegen ſie, das iſt gegen mein Gewiſſen.“
„Ihr ſeid auftichtig boͤſe,“ rief Urica—„aber nehmt mir nicht uͤbel, wenn ich die Sache doch perſon⸗ lich zu euch mache.— Gewiß, Muhme, Sie ſollten meine Schwelle nicht uberſchreiten, furchtete ich nicht, euch zu erzuͤrnen und“— ſetzte ſie hinzu—„hoffte ich nicht, euch von eurem Irrthum zu heilen.“
Der Haushofmeiſter, der ſich bis an den Rand der Thuͤr der fluͤſternden Unterredung entzogen hatte, be⸗ kam nun Befehl, das fremde Paar einzulaſſen und ih⸗ nen vorher zu ſagen, daß ſie jetzt erſt der Gräfin von Caſambort vorgeſtellt werden wuͤrden, und der Diener⸗ ſchaft anzudeuten, daß ſie ſich uber ihre ſcherzhafte Ver⸗ traulichkeit zu entſchuldigen habe.


