Teil eines Werkes 
1. Theil (1844) Angela
Entstehung
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Se.

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deren Beſitz der Menſch ſich erſt recht ſeiner göttlichen

Natur in freier Thätigkeit zu ſeiner Selbſtvollendung utwickeln kann— ich moͤchte dieſe letzte Art der Em⸗ pfindung gern als Liebe anerkennen, ich moͤchte ſie em⸗ pfinden und feſthalten— ob fuͤr euch? Vergebt mir— aber ich weiß es noch nicht und muß bezweifeln, daß meine antheilvollen Gefuͤhle fuͤr euch ſo zu nennen ſind — aber ich widme ſie auch bis jetzt keinem andern Manne.“

„Urica!“ rief der Herzog uͤberwaltigt und verſoͤhnt. —„Entfernt euch,“ ſagte Urica—„kein Wort weiter.“

Die Frauen erhoben ſich, ihm das Geleit zu geben. Als Urica allein war, hob ſie Haͤnde und Augen gen Himmel und verdeckte dann ihr Angeſicht damit. „O, daß es keinen Mann giebt, der es werth iſt, geliebt zu werden!“ rief ſie dann mit dem ſchneidendſten Ton des Schmerzes— und lange hing ſie noch, vom Monde beſchienen, in dem einſamen Fenſterſitz, und als ſie aus ihrem Sinnen erwachte, fiel ihr mit Erſtaunen auf, daß ihr Tuch feucht war und ſie geweint haben mußte.

Da die Koͤnigin das große Banquet im Stadthauſe angenommen hatte, behielt ſie den Morgen zur Ruhe Jakob v. d. Nees. l. 24