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Um Gott, Lady Maria! Was begeht Ihr? rief die Herzogin, auf's Tiefſte verletzt und erſchrocken uͤber den ploͤtzlichen Anblick eines Gegenſtandes, den ihr ſtol⸗ zes Herz eben dem Koͤnige zu entziehen getrachtet hatte. Aber ſchon änderte ſich die ganze Scene. Der Koͤnig, zu ihr niedergebeugt, muͤhte ſich, ſie in ſeine 3 Arme zu ziehen, indem er auf's Lebhafteſte ihren Namen unter den zärtlichſten Ausdrucken rief. Lady Maria richtete ſich auf und ſagte, an ſeine Bruſt ſich lehnend, ernſt und zärtlich i Jetzt habe ich wieder eine Heimat auf Erden gefunden. Du wirſt mich von allen den Räthſeln erloͤſen, die mich bisher verfolgten, ich werde jetzt einen Namen haben! O! rief der Koͤnig mit dem Laut des Schmer⸗ zes, o Du theures, unglückliches, verfolgtes Kind! Meine ganze Macht kann nicht ausreichen, was Du gelitten, auszuloͤſchen, Dir wieder zu geben, was Du indeſſen verloren. Aber einen Namen ſollſt Du haben, auf den Du mit Stolz blicken kannſt, eine Heimat ſoll 1 Dir werden, des Namens wuͤrdig, den Du mit Recht fuͤhrſt!— Frau Herzogin, fuhr der Koͤnig fort, erfahrt jetzt, daß Ihr in den Wohlthaten, die Ihr dieſem theuern Kinde gewährt, Euern Koͤnig Euch zu Euerm lebens⸗ länglichen Schuldner gemacht habt. Hier ſei der erſte


