Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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Porters naher Tod und die Qualen der Sterbe⸗ ſtunde, die den Ungluͤcklichen im doppelten Kampf des Geiſtes und Koͤrpers zu Theil wurden, hatten endlich das lang unterdruͤckte Gefuͤhl fur Recht uͤber alle So⸗ phismen einer jeſuitiſchen Erziehung ſiegen laſſen. Er ſah wohl ein, daß die Spur zur Auffindung der un⸗ gluͤcklichen Lady Maria, die er durch Lanci gegeben, ihr nur eine hoͤchſt bedingte und zweifelhafte Rettung werden wuͤrde, ſo lange der Koͤnig an ihren Tod glaubte und ihr nicht unmittelbaren Schutz verleihen konnte. So uͤberwand er jede andere Ruͤckſicht und offenbarte ſeinem grauſam betrogenen Herrn ſein ganzes tief ver⸗ worrenes Leben in allen ſeinen Beziehungen zu der un⸗ gluͤcklichen jungen Dame.

Mit welchem Exzuͤrnen auch der Koͤnig eine ſolche empoͤrende Beichte anhoͤren mochte, der Gedanke, ſie lebe und ſei ihm wieder zu gewinnen, loͤſchte jede andere Regung in ihm aus, und er ſah Porter als ſeinen groͤßten Wohlthäter an, als habe mit dieſem letzten Dienſt ein ganzes Leben voll Verrath und Lüge die Weihe der Tugend bekommen.

Porter empfahl noch mit ſterbender Stimme dem Koͤnige, Niemandem zu vertraun, ſelbſt Godwie⸗Caſtle aufzuſuchen, wo er ſie gelang Lord Richmonds Ver⸗ ſuch finden muͤßte; denn Porter hatte nur zu vie

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