Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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des liebenswuͤrdigen Weſens war daher in den einſt von ihr belebten Raͤumen verklungen, oder wurde nur ſchuͤchtern in den langen Wintergeſpraͤchen der Diener⸗ ſchaft erwähnt, welche alle dem guͤtigen Fräulein zuge⸗ than verblieben.

Lord Briſtol hatte die endlich geoͤffneten Gemächer des verſtorbenen Herzogs bezogen, und ſein raſtloſer Geiſt war hier mit der Abfaſſung von Memoiren be⸗ ſchaͤftigt, die ſein reiches und einflußreiches diplomati⸗ ſches Leben betrafen. So ſich in die Vergangenheit vertiefend, behielt er doch ſeine gegenwaͤrtige Stellung unverruͤckt im Auge, und auf die Liebe des Koͤnigs zu ihm bauend, die er einſt ſo vollſtändig beſeſſen, ging ſein lebhafter Wunſch dahin, ſich auf irgend eine Weiſe ihm naͤhern und ſich vor ihm ſelbſt vertheidigen zu koͤnnen.

Eine einzige Vertraute dieſes Wunſches gab es fuͤr ihn; dies war ſeine Tochter. Wie ſonſt bei Lebzeiten ihres Gemahls, ruhte die Herzogin heute in dem Lehn⸗ ſtuhle, dem Arbeitstiſche ihres Gemahls gegenuͤber, von welchem her jetzt das ernſte, gefurchte Antlitz des Va⸗ ters zu ihr blickte, um deſſen hohe Stirn die Locken des ſtarken Haares, von dem Reife des Alters gebleicht, ſich majeſtätiſch bauten und den erhabenen Eindruck

ſeiner ganzen Erſcheinung zu kroͤnen ſchienen. Godwie⸗Caſtle III. 2