befolgen, ſoll mich Demuth lehren und Nachſicht ge⸗ gen fremden Willen. Ich will das duͤſtere Nonnen⸗ kleid anlegen, fuhr ſie fort, die ſteigende Bewegung des Pater Clemens nicht ſehend, ja, ich will hinab ſteigen in die finſtere Gruft, wo Ihr Gott dient, und hier, wie da, werde ich beten koͤnnen. Aber geht nicht fort, wenn Ihr nicht den Tod uͤber meinen geaͤngſtigten Geiſt herniederrufen wollt; oder muͤßt Ihr fort, ſo nehmt mich mit. Fuͤrchtet nicht fuͤr mich auf einer vielleicht beſchwerlichen Reiſe. Ich will Alles entbehren, was die Pflege des Koͤrpers erheiſcht, ich will mit Euch zu Fuße wandern; ich habe Kräfte, glaubt wir. Ach, er⸗ druͤckt nur nicht den Geiſt in mir, raubt dem Herzen nicht den letzten Hoffnungsſtrahl, und Ihr ſollt mich ausdauernd finden und unermüdlich in Allem, was Ihr begehrt.
Pater Clemens hatte nicht ohne Ruͤhrung und Er⸗ ſtaunen ihren Worten gehorcht. Maria hatte in ihrer Angſt die Kenntniß der unterirdiſchen Kirche verrathen, und ihm zugleich eine Anhänglichkeit und ein Vertrauen gezeigt, daß er ſeinem Herzen nicht wehren konnte, zu uberlegen, ob den Geboten Genuͤge zu leiſten ſei, die ihn von ihr vertrieben. Aber es konnte nur ein kurzer Kampf mit ſeinem menſchlichen Gefuͤhle ſein; ſchnell kehrte der gewohnte Einfluß des Gehorſams wieder, und


