Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

es im Zweifel ließ, ob ſie nachgiebiger oder zuruͤck⸗ ſtoßender ausgefallen ſein wurde.

Maria richtete, ſichtlich erfreut, ſich ihm entgegen, und es war nicht zu uͤberſehen, wie ſie, hold ihn anlaͤ⸗ chelnd, auf dem einzigen ihr gebliebenen bekannten Ge⸗ ſicht ein Wohlwollen ſuchte, das ſie bei der Fremdheit und Verlaſſenheit ihrer Lage feſtzuhalten ſtrebte. Aber Pater Elemens vermied den Blick dieſes wiederbelebten Auges, und nachdem er ſanft, aber kurz nach ihrem Befinden gefragt, kuͤndigte er ihr trocken an, daß er komme, ihr Lebewohl zu ſagen, da er vor Nacht das Schloß verlaſſen werde.

Bei dieſer Nachricht fuͤhlte ſich Maria wie von einem betaͤubenden Schlage gelaͤhmt, und gleich darauf von einer Fluth ſo niederſchlagender und angſtvoller Vor⸗ ſtellungen uberwältigt, daß ſie faſt einen Schrei aus⸗ ſtieß und wie vor einem Schreckbilde ihr Geſicht ver⸗ huͤllte. Pater Clemens fuhr indeß, ohne ſich davon ſcheinbar bewegen zu laſſen, mit Ruhe fort: Ihr findet hier ehrenvollen Schutz und alle Gelegenheit, Euern Geiſt in die Simmung zu bringen, die Eurer Zukunft die entſprechendſte iſt. Es wird Euch an belehrendem Umgang nicht fehlen, Ihr werdet Euch Liebe und Wohl⸗ wollen erwerben koͤnnen, und jede Theilnahme finden, die der Tugendhafte ſtets fuͤr alle wahren Intereſſen