Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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ihren zahlloſen Verlockungen die Erlangung des Frie⸗ dens zu hoffen, der ſelbſt da ausbleibt, wo alle Verſu⸗ chungen der ſuͤndigen Welt vor dieſen heiligen Mauern umkehren.

Maria konnte nicht ohne Theilnahme die tiefe Zer⸗ knirſchung, den peinlichen Zuſtand der armen Seele ſehn, die unter dem Schleier ſtiller Ergebung ein ſo unruhig kaͤmpfendes Herz barg.

Es iſt nichts ſo wirkſam, ein edles Gemuͤth aus den Banden des eignen Kummers zu erloͤſen, als der Blick auf ein fremdes Seelenleiden, welches bei jun⸗ gen Perſonen uͤberdies noch ſtets den Wunſch belebt, einwirkend zu helfen; waͤhrend längere Erfahrung uns die Unzulaͤnglichkeit dieſes frommen Eifers einſehen laͤßt und uns mehr blos zum theilnehmenden Zuſchauer macht.

Ihr fandet alſo auf dem eingeſchlagenen Wege nicht den Frieden, nach dem Ihr trachtet? hob Maria nach einer kleinen Pauſe gutmuͤthig forſchend an. Ihr haͤttet Euch in der Welt erſt mit ihr verſoͤhnen muͤſſen, jetzt ſteht ſie wie eine Feindin hinter Euch, und der Haß, den Ihr empfindet, ſtoͤrt eben Euern Frieden, und er koͤmmt nimmer von Gott. Seine Welt iſt eine heilige Offenbarung, und unſere Unvollkommenheit iſt es, wenn wir ſie mit Suͤnden belaſtet ſehn.