Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Der Abend breitete ſchon ſeine Schatten uͤber das Schlafzimmer Maria's, auf deſſen Bette ſie unruhig athmend lag, in jenem Zuſtande von Fuͤhlloſigkeit, wo⸗ mit wir oft einen Zeitraum fuͤllen, in dem geiſtige und koͤrperliche Ermuͤdung uns wohlthätig gegen den Schmerz abſtumpfen, deſſen Opfer wir wurden. Maria dachte wenig, und die tiefe Stille, die ſie umgab, da Marga⸗ rith, ob aus eigenem oder fremdem Antrieb, ſchweigend in einem Eckchen ihrer Befehle harrte, ließ ſie eine Ab⸗ findung mit dem Leben traͤumen, eine Trennung von der Welt, an die ſie mit Befriedigung dachte. Sie ſchau⸗ derte daher erſchreckt auf, als ein dunkler Schatten vor dem Fenſter voruͤber nach ihrem Bette glitt, denn ſie fuͤhlte Furcht vor neuen Erſchütterungen, und ihr erſter Gedanke war, das grauenhafte Weſen der Nacht zu ſehn. Beſchwichtigend drangen daher die ſanften Sprach⸗ laute der Schweſter Electa zu ihr nieder.

Der Friede des Herrn ſei mit Euch, Mhladh, ſo redete die feine Geſtalt ſie an, indem ſie, uͤber den Fuß⸗ boden hinſchwebend, dem Bette nahte. Ich wollte Euch meine Dienſte anbieten, fuhr ſie fort, und Euern Arm verbinden.

Maria richtete ſich muhſam auf, erwiderte leiſe den erſten Gruß und gab ſich willig den Bemuͤhungen hin, welche der weibliche Arzt mit großer Geſchicklichkeit uͤber⸗