Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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vertrauen durfte, und die es fruher oder ſpäter jemals gut mit ihr gemeint.

Zum erſten Male fuhlte ſie in ihr ſonſt ſo geſundes Herz eine Muthloſigkeit einziehn, wovor ſie bisher ihr ſtarker Karakter, ihre Jugend und alle ihr vorſchwe⸗ benden Hoffnungen bewahrt hatten. Koͤrperlich ermat⸗ tet, von den Eindruͤcken dieſes Hauſes, zu deſſen duͤſtern Geheimniſſen ſie ſobald gelangen mußte, erſchreckt, ver⸗ ſiel ſie in eine bi unbekannte Furcht, und unbe⸗ ſtimmte Sorgen füt ihre perſoͤnliche Sicherheit nahmen ihr völlig die Freiheit des Geiſtes, die ihr ſonſt eigen war.

Sie fuͤhlte dies ſelbſt; aber ſie konnte nicht einſehn, wie viel ſie ihrer Koͤrperſchwaͤche davon zurechnen mußte. Doch alle Umſtaͤnde ihrer Lage ſchienen ihr allein ſchon geeignet, ſie nieder zu beugen, und dieſe Anſicht ver⸗ ſenkte ſie in eine wiederſtandloſe Betrübniß.

Sie ließ ihren Thraͤnen freien Lauf, und eine Fülle von Wehmuth drängte ſich aus ihrem Buſen. Weinend liegen zu bleiben, bis alle Schmerzen ausgeweint wären und ſie ſterbend ſich aufloſe, ſchien ihr das Einzige, was ihr uͤbrig geblieben. Dies hoffte ſie in der ſchmerzlichen Abſpannung ihres Geiſtes, dahin deutete ſie die uͤberhand

nehmende Schwäche ihres angegriffenen Koͤrpers, dar⸗ nach ſehnte ſich ihr ermüdetes Herz. Aber es iſt ſel⸗ ten der Wille des Himmels, unſern Koͤrper zur Zerſtoͤrung