305
genommen, die ihn vielleicht augenblicklich aus der Lage ſetzt, Euch ſelbſt Dienſte zu leiſten. Es wird ihm ſehr zur Beruhigung gereichen, Euch in einer vollkommenen Sicherheit und in den anſtändigſten Verhältniſſen zu wiſſen, da, wie ſehr auch das Letztere in dem Hauſe der Herzogin von Nottingham der Fall war, doch Eure Si⸗ cherheit ſich als unzulaͤnglich erwieſen hat.—
O Sir! ſeufzte hier Maria, wen trifft der Vor⸗ wurf anders, als mich ſelbſt? Meine eigne leichtglaͤu⸗ bige Thorheit hat mich dem Schutze entzogen, der ſonſt ausreichend fuͤr alle andern Faͤlle war.—
Ihr habt darin nicht Unrecht, und ich mag es Euch um ſo weniger ausreden, da Euer Selbſtvertrauen in den meiſten Fällen weiter geht, als ſich mit Eurer zar⸗ ten Jugend und dem Mangel an Vertrauen verträgt, der nothwendig damit verknuͤpft iſt.—
Maria fuͤhlte ſich von dieſem ſanften Verweiſe des bejahrten Mannes, deſſen Grundſätze und Anſichten ſie mit Verehrung angehoͤrt hatte, wohlthätig beruͤhrt, und da junge und gut geartete Perſonen ſich ſtets zu denen hingezogen fuͤhlen, die ſie ſchonend auf ihre Fehler auf⸗ merkſam machen, ſo haͤtte Pater Clemens nichts vortheil⸗ hafteres wählen koͤnnen, wenn es uͤberhaupt ſein Wunſch war, ſich in der Gunſt des Fraͤuleins feſtzuſetzen. Sie hob ihre Augen mit einem ſo demuͤthigen Ausdruck zu
Godwie⸗Caſtle II. 20


