Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Eingeſchloſſen? rief die Ladhy, und nie ſah Marga⸗ rith ſchneller veraͤnderte Zuͤge, als bei dieſem Worte. Gefangene! fuhr das Fräulein in hoͤchſter Uaberraſchung fort, iſt es moͤglich? Margarith, was treibt man mit mir, wer wagt es, ſo mich zu behandeln, mit welchem Rechte verfuͤgt man uͤber die Freiheit meiner Perſon? Sprich! Ich befehle Dir, mir zu ſagen, wer iſt die Beſitzerin des Schloſſes? Wo bin ich? und was weißt Du von den Abſichten auf meine Perſon? Doch Du traͤumſt, Mädchen, Deine aberglaͤubiſche Furcht will mich einſchuͤchtern, damit Du Deinen Willen behaͤltſt; ich ſelbſt werde unterſuchen, ob Du mich zu täuſchen denkſt.

Mit fluͤchtigem Fuße eilte ſie, ein Licht ergreifend, durch das angrenzende Zimmer nach dem großen jetzt wieder vollig leeren Vorzimmer, das ohne Kerzen, von der Flamme des Kamins nicht mehr erhellt, ein odes geiſterhaftes Anſehn hatte. Aber das Fraͤulein, voll Erwartung und erzuͤrnt uͤber die Moͤglichkeit, daß Mar⸗ garith Recht haben koͤnne, nahm wenig davon wahr; ſondern froh nur, die große Eingangsthuͤr zu erkennen, eilte ſie mit ſchnellen Schritten darauf zu. Doch ſie druckte vergeblich an dem breiten eiſernen Schloſſe hin und her, und ihr Licht dazu erhebend, erkannte ſie bald den einfachen Mechanismus eines von Außen befeſtig⸗ ten Riegels.