Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Beide ſahen ſich erſtaunt und beſorgt an, und ruͤckten dann unwillkuͤrlich dem Sitze Maria's näher, ſie flehend anblickend.

Sieh, ich kann es gar nicht leiden, wenn junge Leute heimlich ſind, fuhr Maria fort; gewiß habt Ihr ſchon zuweilen, um Eure kleinen Beſuche zu verbergen, allerlei Liſt und Luͤgen ſagen muͤſſen, und das iſt im⸗ mer gottlos und kann Euch verderben. Solltet Ihr Euch denn nicht treu bleiben, wenn Ihr Euch auch nicht ſähet? Und wenn Lanei Jäger iſt und ordentlich um Dich wirbt, wird er Dich ſchon zur Frau bekom⸗ men, da der Vater ihn lieb hat.

Treu bleiben, das iſt nicht ſchwer, ſprach Lanci, ſich männlich aufrichtend, und wenn ich ſie zwanzig Jahr nicht ſehn ſollte, bliebe ich ihr treu; aber wenn ich nicht manch Mal hierher zu dem armen kleinen Dinge komme, dann hat ſie gar keinen Spaß mehr, und muß ganz umkommen in dem alten finſtern Schloſſe. Das koͤnnt Ihr nur glauben, gnaͤdige Lady, ſo um gar nichts beſtehn wir all' die Gefahr nicht; gelogen hab' ich auch noch nie darum, und vielleicht bewahrt mich Gott da⸗ vor, da er ſieht, daß ich es aus guter Abſicht thue.

Maria fuͤhlte ſich unwillkuͤrlich von dem Gemiſch von Liebe und kindlicher Reinheit geruͤhrt, das aus Bei⸗ der Weſen und Worten ſprach. Margarith dagegen