Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

371

geliebte Mutter faſt unaufloͤslich zu machen ſchien. Ich habe ſie getoͤdtet, Richmond, ſeufzte der Herzog, ich habe über dies noch ſo tief bekuͤmmerte Herz neue Leiden gebracht, von mir werdet Ihr die Mutter for⸗ dern!

Unverſtändlich, wie dieſe Worte fuͤr Richmond ſein mußten, ſah er in ihnen blos die Exaltation des Schreckens und der Beſorgniß, und erwiderte ſchnell und leiſe: Faſſe Dich, Robert; Stanloff verbuͤrgt ihr Leben, ja, ihr Zuſtand ſcheint ihm kaum gefährlich. Doch laß uns eilen, die hier Verſammelten zu ent⸗ fernen, Stanloff verlangt bei ihrem nahen Erwachen die hoͤchſte Ruhe, und keiner der Anweſenden wuͤrde in der Stimmung ſein, ſie ihr zu gewaͤhren. Doch auch die Worte wurden ſogleich unterbrochen, denn von dem Bette her drangen plotzlich die weichſten Toͤne der Liebe heruͤber, welche den Namen Rich⸗ mond zwar leiſe, aber deutlich ausſprachen. Faſt im ſelben Moment kniete der ſo ruͤhrend Gerufene an dem Bette der mit dieſem Namen aus ihrem Todes⸗ ſchlaf erwachten Herzogin, und das von Erſchoͤpfung faſt blinde Auge ſuchte den Liebling und fuͤhlte von ſeinen Kuͤſſen ihre Hände belebt, von ſeinen zärtlich kindlichen Worten das kranke Herz erquickt, und der

feine Zug eines Laͤchelns, womit ſie ihm lohnen 24*