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Erſt hier und nach mehreren Stunden, unter immer ſteigendem Gebrauch der ſtärkſten Mittel und nach Oeffnung einer Ader, erwachte die Herzogin aus ihrer Starrſucht, die jedoch eine faſt ebenſo gefähr⸗ liche Erſchoͤpfung und Reizbarkeit des ganzen Koͤrpers zuruͤck ließ.
Es war bei der Huͤlfe, die man in Anſpruch neh⸗ men mußte, unmoͤglich geweſen, den Zuſtand der Her⸗ zogin den üͤbrigen Bewohnern des Schloſſes zu ver⸗ bergen, und ſo fanden ſich bald ihre Kinder, ſo wie Graf Archimbald, der nie eine angemeſſene Theil⸗ nahme verabſäumte, im vordern Raum des Schlafzim⸗ mers ein, mit beſorgtem Herzen dem Ausſpruch Stan⸗ loffs horchend, der noch immer in ſchweigender Thä⸗ tigkeit mit den Kammerfrauen um die Kranke be⸗ ſchaͤftigt blieb. Der junge Herzog ſtand bleich mit un⸗ tergeſchlagenen Armen und krampfhaft geſchloſſenen Lippen dieſer bangen Scene zunächſt, und die Qual
ſeines Herzens zeigte ſich in jedem Zuge, wie er auch
maͤnnlich ringen mochte, ſie zu bekämpfen. Er ſchien fuͤr Alles um ſich her verloren und, weggewendet von der ruͤhrenden Gruppe ſeiner Schweſtern, die in den Armen der weinenden Graͤfin Melville ihren Schmerz ergöſſen, fuͤr dieſe keinen Blick zu haben. Graf Ar⸗ chimbald ſaß neben ſeiner erſchutterten Mutter, liebe⸗ Godwie⸗Caſtle I. 24


