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Mutter! wenn ich mich dennoch taͤuſchte, wenn die Motive, die mich leiten, nicht alle rein, wenn der Stolz in dieſer Bruſt, der nur zu viel Gewalt darin geuͤbt, wenn er mich triebe, gleich ſtark vielleicht, die Verirrung des Geliebten zu verhehlen, um ſelbſt nicht offenkundig als Verſchmäͤhte, Vergeſſene zu erſcheinen, die mit langer, nur zu wohl bekannter Liebe, mit ihrem ganzen Werthe, den Mann ihrer Liebe dennoch nicht zu feſſeln vermochte?—
Es iſt wohl ſchwerer, als wir waͤhnen, erwiderte die alte Herzogin, die Motive unſerer Handlungen ganz zu beherrſchen und ſie frei zu erhalten von ſelbſtiſchem Einfluß! Der ſchoͤnſte Zuſtand, der das Rechte ſowohl in Handlungen, als Gedanken vereint, ſcheint vollkom⸗ men hier nicht errungen werden zu koͤnnen, und unſerer Seele ſcheint die Fähigkeit, ihn uns zu denken und herbei zu ſehnen, nur verliehen, um auf dem Wege da⸗ hin nicht allzufern hinter ihm zuruͤck zu bleiben. So moͤchte ich, Dir Dein Gefuͤhl, wie menſchlich und weib⸗ lich gerecht es auch ſei, auslegend, Dich gegen jeden nachtheiligen Einfluß geſichert halten. Der Fall, der uns ſo ungewoͤhnlich in Anſpruch nimmt, kann uns gar leichte Befurchtungen fuͤr unſere eigene reine Selbſtbe⸗ hauptung eingeben, ja, vielleicht erregt Gottes Guͤte ab⸗ ſichtlich ſolch' Bedenken in uns, um von verderblicher


