Ein Schrei entfuhr den Lippen der alten zittern⸗ den Mutter, und die Herzogin druͤckte ihr erhitztes Haupt in den Schooß der ungluͤcklichen Greiſin; aber ſogleich fuhr ſie wieder empor. Zu heftig war ſie erregt, ſie konnte noch keinen Ruhepunkt finden, und wenig den heftigen Eindruck beruͤckſichtigend, den ſie bei ihrer Zu⸗ hoͤrerin hervorgerufen, fuhr ſie immer ſchneller fort: Ein Blick auf dieſe Zuͤge, obwohl noch von Ohn⸗ macht entſtellt, zeigte mir eine ſo voͤllige Gleichheit mit denen jener ſchoͤnen Gräfin, daß ich wähnte, ſie ſelbſt zu ſehen; aber kurzes Nachdenken ließ mich erkennen, daß die Zeit ihr nicht ſtill geſtanden haben konne, und daß dies ſchoͤne Weſen vor meinen Augen noch in der zarteſten Jugend ſei. Da ergriff mich ein unaus⸗ ſprechliches Gefuͤhl. Wenn ſie es nicht ſelbſt iſt, ſo kann es nur ihre Tochter ſein, ſo riefen alle Stim⸗ men meiner Bruſt. Aber mehr noch, als dies, nenne es Ahnung, nenne es den nie bekampften Argwohn dieſes Herzens, daß ſie auch ſeine Kochter ſei, das toͤnte zugleich ohne Aufhoͤren in mir, und dies Gefuͤhl leitete all' meine Schritte. Ach, ich hatte ein ahnen⸗ des Herz! Als man ſie entkleidet, Prachte mir Morton mit allen Zeichen ſchwer bekämpfter Unruhe die Juwe⸗ len, die man an ihr gefunden. Da ſahen meine Au⸗ gen die Armbaͤnder wieder, die mein Gemahl ſo kunſt⸗
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