ſo manchen geheimen Schmerz erlitt um meinen Sohn, der mir jetzt mit dem beſten Theile ſeines Daſeins in ein unheimliches Dunkel gehullt erſcheint! Großmu⸗ thiges edles Weſen, das lieber den Schmerz in ſich durch Verſchließen verdoppelte, als den dennoch gelieb⸗ ten Gemahl in den Augen Anderer herabgeſetzt ſehen wollte! Auch als Mutter fuͤhle ich mich Dir ſo in⸗ nig verpflichtet; Du haſt in Wahrheit meinen gelieb⸗ ten Sohn beſchuͤtzt.—
Und habe ich das, gleichviel ob in Wahrheit oder nur in Euerm liebevollen Glauben? rief hier lebhaft die Herzogin, habe ich das bisher allein und in eigener Kraft? O, ſo kommt mir nun zu Huͤlfe, da mein Werk noch nicht vollendet, da, nachdem ſein geliebtes Leben an meiner Seite mich nicht mehr ſtaͤrken und jedes ſtille Opfer verſuͤßen kann, mir doch noch das groͤßere und ſchwerere auferlegt iſt. Mutter! ſagte ſie leiſer mit ſtroͤmenden Augen und gluͤhenden Wangen, die un⸗ ſtäten Blicke umhergleiten laſſend, Mutter! das Maͤd⸗ chen, das der Wille des Himmels mich retten ließ, das ich todt zu meinen Fuͤßen fand, ſie, die wir Graͤfin Melville nennen, iſt— wenn Gott nicht ein Wunder ſchickt, einen Lichtſtrahl, um die dunkeln mir jetzt nicht erkennbaren Wege zu erhellen, iſt ſeine und der Gräfin Buckingham Tochter!


