Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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Macht, die ſie uͤber ihre Umgebung ausuͤbt, gewiß auch jeder Leſer erfahren wird. Das liebe Maädchen muß viel leiden, ſo viel, daß wir mit dem Verfaſſer daruber rechten koͤnnten, warum er ſie uͤber manche Widerwärtigkeit nicht ſanfter hinweggefuͤhrt hat, wenn wir nicht wuͤßten, eimal daß im Romane der Zu⸗ fall ſein Recht unbeſchraͤnkt behaupten muͤſſe, und zweitens vornehmlich, daß gerade in jenen Schmer⸗ zen die groͤßere Liebe des Dichters zu ſeinem Ge⸗ ſchoͤpf ſich kundgiebt, welcher allein wir eine ſo le⸗ benswarme Zeichnung verdanken. Seltſam genug, daß im Reiche der Poeſie der Satz gilt: was der Dichter liebt, läßt er leiden. Dies zu belegen, braucht man nicht gerade an Heinrich Kleiſt zu erinnern, der ſeine Lieblinge foͤrmlich quälen kann, ſelbſt Goͤthe darf dafuͤr angefuͤhrt werden; denn ruht nicht z. B. unter allen im Wilhelm Meiſter auftretenden Perſo⸗ nen des Dichters Liebe vorzusweiſe in Marianen

und Mignon? Es ſind dieſe beiden Geſtalten aber

auch die ſchoͤnſten unter allen, wie ſie die leidvollſten ſind. So wollen wir denn auch unſern Verfaſſer

dieſer Dichterneigung ungeſtoͤrt folgen laſſen, und

ſtatt unbefugt zu tadeln, lieber auf eine beſondre Vir⸗ tuoſität deſſelben aufmerkſam machen. Dies um ſo

mehr, weil er ſich in ſo ſtrenge Anonhmität zu huͤl⸗