XIV
zur Seite die juͤngere Herzogin, ein tief leidenſchaft⸗ liches, von einem großen Schmerz umnachtetes Ge⸗ muͤth, deſſen Heftigkeit dennoch ſtets von hoher Wil⸗ lenskraft gebaͤndiget, nur um ſo ruͤhrender die Fuͤlle von Liebe, die es einſchließt, und um ſo ſchoͤner die Staͤrke einer edeln Geſinnung offenbart. Wir muͤſſen es uns verſagen, dieſe andeutende Charakteri⸗ ſtik fortzuſetzen. Gleich den genannten Perſonen ſind auch die uͤbrigen, bis zur juͤngſten Enkelin, welche in ihrer Kinderunſchuld das anmuthigſte Gegenſtuͤck zu der herrlichen Großmutter bildet, ſcharf individua⸗ liſirt; wie verſchieden aber auch in Charakter und Le⸗ bensrichtung, ſind ſie doch durch gegenſeitige Liebe und Anerkennung, durch das Alle erfullende Bewußt⸗ ſein der Familienehre und einen füͤr Gemeines un⸗ nahbaren Seelenadel zur ſchoͤnſten Einheit und zu einem ſittlichen Geſammtleben verbunden, in welches hineinzublicken Genuß und Erhebung zugleich iſt. Die ſchoͤnſte Zeichnung freilich iſt die junge Fremde, an deren Erſcheinen in Godwie⸗Caſtle ſich viel Luſt und Leid knuͤpft. Der Verfaſſer hat die Fuͤlle von Lieb⸗ reiz, die er uͤber dieſe Geſtalt ausgegoſſen, zugleich ſo durchſichtig für die ihr einwohnende hohe Seelen⸗ ſchönheit zu halten gewußt, daß die herzgewinnende
nur noch in der Liebe zu den Ihrigen lebend. Ihr


