Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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Der Schultheiß ſtand betroffen er ſchüttelte mit dem Kopf und ſagte noch einmal:Unmöglich! Da trat Amanda ein und auf den Schultheiß zu ihre Hand hielt eine Schrift mit dem kaiſerlichen Siegel er griff erſtaunt darnach und las die Worte:

Kaiſer Marimilian wirbt bei Euch um die Hand Eurer Tochter Iſolde für ſeinen lieben Banbruder Ulrich von Wildenfels. Dieweil der Kaiſer ſelbſt ver⸗ mält iſt, und dennoch die erſten Grade der freien Steinmetze erlangt hat, darf er auch für ſeinen Bruder ein gleiches Recht verlangen!

Der Schultheiß zitterte einen Augenblick dann raffte er ſich mit ſeiner ganzen Kraft empor und ſagte: Und wenn auch Kaiſer und Biſchof zugleich bei mir werben, ſo ſoll mein theures Kind doch ſeinen eigenen Willen haben!

Man rief Iſolde wenige Worte erklärten Alles flehend ſank ſie zu den Füßen des Vaters.

Er legte ſegnend nach kurzem Kampfe ſeine Hand auf ſie dann auch auf Ulrich, der auf einen Wink Amanda's eingetreten.

Nun kamen auch Anna und Wolfſtein und ein Theil der ſchon verſammelten Hochzeitsgäſte.

Statt einer Hochzeit gibt es nun zwei er⸗ klärte der Biſchof.