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nicht!— Ich werbe bei Euch für Ulrich von Wil⸗ denfels—“
„Unmöglich!“ rief der Schultheiß—„ein Bau⸗ brise
„Das iſt er,“ verſetzte der Biſchof ruhig;„aber er iſt zugleich mein Baumeiſter, als ſolcher nehme ich ihn mit mir nach Bamberg, wo er den Riß machen ſoll zu einer neuen Kirche und nur die Arbeit leiten als erſter Bauherr nach mir ſelbſt.“
Der Schultheiß ſchüttelte das Haupt:„Unmög⸗ lich— und wenn ich auch die Hand meiner Tochter nicht für zu gut hielte für einen Steinmetz— wo bleibt ſein Gelübde?“
„Der Maurerhof von Straßburg gibt es ihm zurück,“ berichtete der Biſchof.„Die Eheloſigkeit der Baubrüder hat aufgehört Geſetz zu ſein— und die Kirche hat dieſen Beſchluß ſanktionirt. Sie bleibt zwar noch empfohlen, aber nicht befohlen. Ulrich's Schrift hat Anklang gefunden und man wird auf einem Hüttentag ſie diskutiren und einige darin ge⸗ machte Vorſchläge annehmen, andere widerlegen und verwerfen. Die freie Steinmetzzunft ehrt den Frei⸗ muth in jeder Geſtalt! Nun kommt und laßt mich als Freiwerber zu ihr und gedenket Eures Wortes!“


