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Bitte für mich ſelbſt lieber zu erhören, denn die für einen Andern: ſo treibt mich denn Euer Hochwürden zu dem Geſtändniß, daß dieſer Andere, den ich diesmal Dero Huld empfahl, mein beſſeres Selbſt iſt, und mir theurer als mir ſelbſt, daß meines Lebens gan⸗ zes Glück von einer gütigen Entſcheidung in dieſer Angelegenheit abhängt. Ich bekenne vor Euer Hoch⸗ würden wie vor Gott ſelbſt, daß ich dieſen Baubruder liebe, und daß ich bereit bin, ihm meine Hand zu geben, dafern ihn dafür der Fluch der Kirche nicht trifft, noch die Ausſtoßung aus der Bauhütte— denn das iſt ferne von ihm, daß er auftrete gegen dieſe oder jene, er will nur in ihr eine Neugeſtaltung, die für Alle zum Segen iſt.“ Dann ſchloß ſie in üblicher demüthiger Weiſe.
Dieſer zweite Brief war ohne Antwort geblieben. So waren Monate vergangen. Nun aber kam der Biſchof ſelbſt. Es war eine Zeit des Harrens und Kämpfens geweſen. Im lichthellen Nürnberg war aber doch von der Mehrzahl der Gebildeten dem kühnen Baubruder beigeſtimmt worden. Wir haben geſehen, wie ſich gerade dort neben der heiligen Bau⸗ kunſt eine Profankunſt entwickelte, die mit in jenes Gebiet hinüberſpiegelte. Weder Adam Kraft, der das herrliche Weihbrotgehäuſe in St. Lorenz gleich
1861 TR. Die Schultheißentöchter von Nürnberg. III. 13


