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Menſchheit zuzuſtreben— ich habe der Liebe mein Herz verſchloſſen bis auf den Tag, da ich Euch geſehen — oder vielmehr: ich habe Euch, nur Euch geliebt— ſchon von Ewigkeit her. Ich kannte Euch ja ſchon längſt — im Klarakloſter lernte ich Eure edle Mutter ken⸗ nen, dort ſprach man nur von Euch— o, ſelbſt die edle Charitas Pirkheimer war Eures Lobes voll. Die ſtolze Eliſabeth Scheurl hatte Euch geliebt und war ſelig in Euren Armen geſtorben— und wie Ihr ſie in Eurem Kunſtwerk fortleben ließet für die Unſterblich⸗ keit auf Erden ſchon, ſo feierte ich nie das Andenken des theuerſten Weſens, das ich jemals kannte, ohne dabei auch Euer zu gedenken. Geſehen hatte ich Euch ſelbſt, da Eliſabeth's Grabmal vollendet war und ein Todtenfeſt für ſie gefeiert ward— ſo lebtet Ihr auch unvergeſſen fort in mir. So ſeid Ihr meine erſte und einzige Liebe! Was ſoll ich Euch nun weiter ſagen, was in mir vorging, ſeit Ihr wieder zurückgekehrt nach Nürnberg und ich Euch öfter ſah— erſt ſucht' ich Euch, dann floh ich Euch, daun beichtete ich mein Ge⸗ fühl für Euch als ein Verbrechen— und fand keinen Troſt, keine Ruhe, weder im Beichtſtuhl, noch am Altar, weder in der Kirche, noch im Kloſter.— Da las ich Eure Schriſt und Fluch und Qual waren von mir genommen und das höchſte Gefühl meines Lebens


