Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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Seite ſtehen werde, und zürnet nicht dem bewährten Freunde Eures Hauſes wie dem treueſten Verehrer Eures Selbſt!

Iſolde war zu bewegt, um noch lange zu weilen; ſie widmete auch den Beiden nur kurze Zeit, und eilte dann in die Stadt in das Freie zu kommen. Ihr Herz war zu unruhig, ſie wußte kaum wovon, und ſie be⸗ durfte der Einſamkeit um ſich zu ſammeln.

Es war ein wolkenloſer Herbſttag, ein blauer Baldachin wölbte ſich der Himmel über die Stadt und zeichnete ihre vielen hohen Thürme und zierlichen Thürmlein ſcharf ab in ſeinem klaren Aether. Ein wenig vor dem Stadtthor ſtand eine Kapelle auf einem ſanften Hügel, deren Altar Meiſter Dürer jüngſt mit einem neuen Gemälde geſchmückt hatte. Majeſtä⸗ tiſche uralte Buchen umgaben ſie und wölbten gleich⸗ ſam ein zweites Dach gleich einem erhabenen Dom über ſie hinweg. Ihr grünes Laub hatte ſich ſchon mit Roth und Gold geſchmückt, und ein Theil desſelben bedeckte den Boden Iſolden's kleiner Fuß und die lange Schleppe ihres veilchenfarbenen Kleides raſchel⸗ ten darin, als ſie ſich der Kapelle näherte es war der einzige Ton, den man hören konnte ſonſt lag eine wunderbare Stille über der ganzen Gegend, die