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gelernt und ihm ſeine Qualen geſtanden hatte, waren ſie für einige Zeit gemildert worden durch Ulrich's zugleich aufgeklärten Geiſt und reinen Sinn, durch die Begeiſterung und Gemüthswärme, die er hier in ſeltener Vereinigung traf. Aber indeß Ulrich ſich nicht mit nutzloſen Zweifeln quälte, ſondern den Kampf aufnahm für die Wahrheit, und von den Formen, die er für überlebt erkannt, ſich loszumachen ſtrebte, beſaß Crescentius weder die Kraft zu einem gleichen Stre⸗ ben, noch die Demuth ſich blind zu unterwerfen, und ſo fühlte er ſich auf's Neue in innere und äußere Kämpfe durch ſeinen Beruf verwickelt, denen er nicht gewachſen war. Es gab für ihn nach beiden Seiten hin nur Niederlagen und keinen Sieg!
Und ſo wie in ſeinem innern Leben rang er auch in ſeinem äußern. Er entdeckte das Geheimniß ſeiner Geburt, und hätte Alles darum gegeben es nicht zu wiſſen— er fand ſeine Mutter, und wenn er auch nicht wagte ihr zu fluchen, ſo verlengnete er ſie doch und war weit davon entfernt ſie zu ſegnen— er fand ſeinen Vater und floh ihn, weil er ihn verachtete.
Als er von dem Tode ſeiner Mutter hörte, wach⸗ ten Stürme in ihm auf, die ihn der Schuld on ihrem Tode ziehen oder ihn doch um ſeiner Liebloſigkeit als Sohn, ſeiner Härte als Prieſter willen verklagten—


