Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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Daß der Rathsherr heimgegangen war, wußte man und konnte es auch an dem Licht ſehen, das in ſeinem Zimmer brannte— jetzt ſah man einen Schat⸗ ten an demſelben vorüberhuſchen und es verlöſchen— aber in dem nämlichen Augenblick, wo er ſichtbar ward, flog auch aus der Volksmitte nach ihm geſchleudert ein Stein klirrend durch das Fenſter. Und wie es bei ſolchen Anläſſen immer geht: es liegt etwas Anſtecken⸗ des in jeder kecken, ſogar in jeder verruchten That— nachdem einmal der erſte Stein geſchleudert war, ſo folgte ihm ein garzer Hagel von Steinen nach.

Pirkheimer war gerade bei ſeinem Schwager, dem Bürgermeiſter Martin Geuder, als dieſer die Mel⸗ dung erhielt, daß ein Volkshaufe das Haus des Herrn Löffelholz ſtürme und die Wuth gegen denſelben in ungebändigtſter Weiſe äußere.

Der Bürgermeiſter ſtampfte unwillig mit dem Fuße und ſagte zu Pirkheimer:„Hätte man uns doch mit dieſer Meldung verſchont! nun müſſen wir ein⸗ ſchreiten um das Anſehen des Rathes zu retten, denn was würde denn aus uns, wenn wir ſolche Volks⸗ juſtiz unbeſchränkt und ungeſtraft dulden wollten. Ver⸗ dient aber hat er eine Strafe, die wir ihm nicht auf⸗ erlegen konnten— und nun ſollen wir ihn auch noch beſchützen!“