168
Pirkheimer pflichtete dem vollſtändig bei— ihm war der ungebildete Kollege, der nur für die materiell⸗ ſten Genüſſe Sinn hatte und durch ſein Betragen dem Rathe wenig Ehre machte, ſtets ein Dorn im Auge geweſen.
Unter ſolchen Anſichten war es nun wohl nicht anders zu erwarten, als daß die Anſtalten, den Tu⸗ mult vor dem Hauſe des Rathsherrn Löffelholz zu ſtillen, zwar getroffen, aber ziemlich läſſig betrieben wurden. Man ſandte erſt nur einige Stadtknechte da⸗ hin, die Menge zum Auseinandergehen zu bewegen, und da dies nichts fruchtete, ſollten die Stadtſoldaten herbeigerufen werden, den Platz zu räumen. Aber ſie erſchienen erſt wie ſchon geſchehen war, was ſie ver⸗ hindern ſollten.
Die einmal aufgeregte Menge ließ ihrem Un⸗ und Uebermuth immer mehr die Zügel ſchießen.
Wie den Spottliedern und Schimpfreden die Steinwürfe gefolgt waren, ſo folgte dieſen ein förm⸗ licher Sturm auf das Haus.
Philipp Echter ſelbſt drang mit Andern durch die aufgeſchlagene Hausthür hinein.
Die meiſten Häuſer der reichen Patrizier in Nürn⸗ berg hatten doppelte Treppen— eine größere Treppe, die von Außen in alle Stockwerke führte, und eine


