13
Zunge vergifteſt, mir ſelbſt mein ganzes Leben, ſo kann ich auch aufhören dein Gemal zu ſein— ich habe Grund genug, um dieſe Ehe zu trennen!“
Zum erſten Male ſprach er dies Wort aus— Adelgunde ward todtenblaß, ihr Gewiſſen traf ſie, ſie glaubte ihr langbewahrtes Geheimniß verrathen und in dem Schrecken, der ſie überkam, dachte ſie nicht an das, was der Schultheiß meinte, und ſie hatte keine Kinder und von einer ſolchen Frau ſich ohne Weiteres ſcheiden zu laſſen, hatte er das Recht.
Er gewahrte nur die Erſchütterung, die ſie traf, aber von der wahren Urſache derſelben hatte er keine Ahnung—„Adelgunde,“ ſagte er, ſchon wieder mil⸗ der geworden,„ich halte auf die Ehre meines Hauſes, aber es bleibt ſich gleich, ob ſie durch die Töchter oder durch dich an den Franger geſtellt wird.“
Ihr war zu Muthe als vernehme ſie ein Todes⸗ urtheil— ſie wagte nicht zu widerſprechen wie ſonſt — ſie wagte kaum zu athmen.
„Ich weiß,“ ſagte er,„wer der Anſtifter von all' dieſem Unheil iſt— Martin Löffelholz— er wird mir Rede ſtehen!“
Mit einem lauten Schrei ſank bei Nennung dieſes Namens Adelgunde dem Gemal zu Füßen— ſie, die bisher ihm immer Trotz geboten.


