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kelchen zu finden, in das ſie ſich flüchten und von Zeit zu Zeit wieder mit ſtrahlenden Augen hervorſchauen kann. Dann bedarf es nur ein Lächeln, einen Blick— und ſie iſt wieder Königin in demſelben Reiche, aus dem ſie für ewig verbannt erſchien. So lebte auch in Anna's Herzen noch die Hoffnung: vielleicht vermöge doch noch Alles gut zu werden Vielleicht liebe Amanda Wolfſtein gar nicht, vielleicht ſei ſie nur gezwungen ſeine Braut, oder vielleicht werde durch ihre Flucht aus Birbaum das Bündniß gelöſt— und dann— ſie war ja Ulrich's Schweſter! Ulrich's, der es ihr ſagen konnte, wie Wolfſtein Anna liebe, was er ihr ver⸗ ſprochen, wie ſie ſchon mit dem Tode gerungen, um ſeinetwillen— hatte er es geſagt oder nicht? warum kam er nicht? warum klärte er nicht Alles auf? warum verweigerte er gerade jetzt ſeinen Beiſtand? Das wa⸗ ren wieder Fragen voll Angſt, vor denen die Hoffnung, auf's Neue geſcheucht, entfloh.
Für Iſolde war Amanda faſt kein geringerer Gegenſtand des Intereſſes, ja des Neides, wie für Anna. Sie war Ulrich's Schweſter! O was hätte Iſolde ſelbſt um das Glück gegeben, wäre ihr dieſe Offenbarung geworden! ſie dachte wenigſtens ſo! Als ſeine Schweſter hätte ſie ja eine Erklärung gefunden für dieſe Seelenſympathie, die ſie ihm verband,“ als


